Pornos

Pornographische Bilder, Schriften und auch Filme gab es zeitgemäß immer schon.
Als die moderne Technik uns ermöglichte bewegliche Bilder zu produzieren, nahm die Möglichkeit pornographische Aufnahmen zu erstellen, erheblich zu.
Die Präsenz nackter Haut eroberte sämtliche Medien zu den Zeiten, wie sie vorhanden waren.

Gerade auch die 70er Jahres-Welle der Hippie-Zeit, die als Symbol der freien Liebe standen, weckten in vielen Menschen Faszination, gepaart mit Unsicherheit, bis hin zur Ablehnung.
Schon damals gab es sehr eindeutige Pornos, die aber durch die Schamhaarbedeckung nicht alles zu Tage trugen, was man im Detail hätte sehen können.

Anders war dies früher in Japan, dort durften Schamhaare unter keinen Umständen gesehen werden, deswegen rasierte man sie kurzerhand ab, um dieses Verbot umgehen zu können. 

Zuallererst, als es die Möglichkeit noch nicht gab Fotos zu machen, wurden Frauen auf kleinen Bildern gemalt.
Natürlich waren sie teilweise bedeckt und auch die Scham wurde nicht offen dargestellt.
Obwohl wir gar nicht mit Bestimmtheit sagen können, ob es sich nicht doch um pornographische Bilder gehandelt haben könnte, die eventuell wesentlich mehr zeigten und zu einem sehr hohen Marktpreis verkauft wurden.

Anstößige Schriften gab es auch immer schon, nur dass diese Werke eher ihre Käuferschicht unter vorgehaltener Hand in gehobenen Kreisen fand.
Der Wunsch nach Freizügigkeit beherrschte immer schon das Feld der Lust.

Man sagt nicht umsonst, dass die Prostitution neben der Wahrsagerei eines der ältesten Gewerbe der Welt sei.
Da man ohne Verhütung als Frau Gefahr lief schwanger zu werden, sich aber der Wunsch nach sexueller Befriedigung während der Zeitepochen weder verringert noch verstärkt hat, war die käufliche Liebe immer eine sehr wichtige Wahlalternative, um seinen eigenen Bedürfnisses gerecht werden zu können.

Doch zurück zur Pornographie:
Natürlich wurden schon sehr früh nackte Frauen auf Fotos präsentiert.
Es war ein einträgliches Geschäft, welches dienlich war, um die Fantasie des Mannes handfest anzuregen.
Die schwarz/weiß Bilder von früher durften jedoch im Gegensatz zu heute nur wenig Haut zeigen.
Gespreizte Beine waren wohl kaum auffindbar, es sei denn, ein reicher Mann hatte solch einen Wunsch, den er mit viel Geld in Auftrag geben konnte.
Sämtliche Bilder, die es damals zu kaufen gab, wurden nur auf dem Schwarzmarkt angeboten.
Trotz wenig wirklich pornographischen Darstellungen waren sie erotisch genug, um den Männern als Steilvorlage dienlich zu sein.

Es gab immer schon den Wunsch nach weiblicher, nackter Haut.
Fast jeder Mann hatte das tiefe Bedürfnis in sich, Frauen auch rein als Lustobjekt wahrnehmen zu dürfen. 
Auf Grundlage der Beliebtheit von Aktbildern, machte sich auch die Filmindustrie sehr früh an pornographische Aufnahmen heran.
Natürlich anfänglich hinter vorgehaltener Hand und zu entsprechenden Preisen, wurden nackte Frauen mit der Kamera eingefangen, zur Schau gestellt und die Filme für teures Geld verkauft.

Filmische Aufnahmen wurden mit der Zeit und den neuen technischen Möglichkeiten immer ausgereifter, sodass man deutlich immer mehr nackte Haut und intime Details zu sehen bekam.
Doch auch das reichte nicht aus, sodass die Handlungen noch intimer wurden, bis hin zum Geschlechtsakt, den man als Zuschauer filmisch präsentiert bekam.
Je fortschrittlicher die Technik wurde, desto pornographischer wurden die Bilder, die produziert wurden.

So wie die Filmindustrie sich entwickelte, so stand auch die moderne Technik dem pornographischen Bild nicht im Wege.
Im Gegenteil - das Geld, was man mit Pornos verdienen konnte, reizte die Produzenten sehr.
Mehr und mehr öffnete sich nicht nur die Vielseitigkeit der technischen Möglichkeiten, sondern auch die Bilder zeigten viel mehr nackte Details, sodass Darstellerinnen ihre Beine spreizten, bis man deren Muschi in Großaufnahme genau erkennen konnte.
Alles was Absatz fand wurde produziert und das ist bis heute der Fall.
Manchmal denkt man, den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Heutzutage gibt es so viele unterschiedliche Kategorien pornographischer Filme, dass der Konsument sich entsprechend seiner Begierde einer Vielzahl von Bildern bedienen kann.
Fast jeder Bereich der Sexualität, der möglich ist, wird bildlich festgehalten.
Die Produzenten der Pornoindustrie sind stets auf der Suche nach Neuem, nach dem ultimativen Kick, nach der Einzigartigkeit und dem Durchbruch, der sich ihnen darüber eventuell ermöglichen könnte.

Der Vorteil der Konsumgesellschaft ist, dass man viele Eindrücke aus Bereichen bekommen kann, die einen interessieren.
Der Nachteil besteht jedoch darin, dass die Filmindustrie einem Bilder vorspielt, die mit der gelebten Realität wenig zu tun haben.

Ähnlich wie bei Horrorfilmen bekommt man immer extremere, teilweise sogar brutale Szenen in den buntesten Farben geliefert, die an Abstrusität kaum mehr zu überbieten sind.
Kommt man als Konsument mit solchen Filmaufnahmen gut zurecht, dann wird man einen solchen Unterhaltungswert mit Sicherheit genießen können.

Doch viele Menschen geraten in Abhängigkeiten und finden die passende Dosierung nicht.
Sie schauen sich fast jeden Porno an, den sie im Internet finden können, befriedigen sich dabei selbst und sind nach einer Weile kaum mehr in der Lage partnerschaftlichen Sex zuzulassen.

Die virtuelle Leinwand liefert Aspekte die zwar unrealistisch, doch für den Konsumenten einfacher zu ertragen sind als das reale Leben, dem er versucht auszuweichen, da er glaubt, all den Anforderungen nicht mehr gerecht werden zu können.
Viele versuchen vor der nüchternen Realität zu flüchten, indem man sich von der Filmindustrie berieseln lässt.
Dies kann für kurze Zeit sinnvoll sein, doch dauerhaft gesehen wird dieses Konsumverhalten eher schädlich sein.
Durch zu hohen Konsum wird das wahrhaftige Bild des Lebens verfälscht werden.

Je nachdem welche Art von Filmen sich der Pornokonsument aussucht, findet er stets willige Frauen, die jederzeit und immer parat stehen, um alles dafür zu tun, dem Mann, um den sich alles dreht, dienlich zu sein.
Doch so ist keine Frau.
So ist kein Mensch.

Sämtliche Handlungen, die wir vollziehen, tun wir grundsätzlich aus Eigennutz heraus.
Auch wenn wir dienen, dann dienen wir, weil wir dies tun wollen und einen Nutzen hinter unserer Handlung sehen.
 
Vielleicht hat gerade dieser Mann eine Frau zu Hause, die ihn nervt, auf ihn wütend ist und versucht, ihn zu erziehen.
Vielleicht fordert sie laut motzend von ihm, dass er endlich das Geschirr abwaschen soll.
Und damit er diese Form von Leben ertragen kann, sucht er sich seinen Ausgleich, schaut sich ein Filmchen an und befriedigt sich selbst.
Diese Form wird nicht nur ihm dienlich sein.
Durch seine Handlung wird er friedlich sein Schicksal erdulden können.
Er befriedigt sich im wahrsten Sinne des Wortes, damit er nicht platzt und sich wehrt.
Auch sie wird ihren Nutzen davontragen.
Durch seine Handlung wirkt er ausgeglichen, was ihr die Möglichkeit gewährt, ihn weiterhin kommandieren zu können, da er dies zulässt.

In so einer unzufriedenen, partnerschaftlichen Atmosphäre dann auch noch miteinander Sex zu erleben, scheint fast unmöglich zu sein.
Das einst gelebte Sexualleben rutscht in den Keller und Unzufriedenheit überschattet das Alltagsleben.
Der früher geschlossene Partnerschaftsdeal hat seine Funktion verwehrt und aggressive Spannung übernimmt das Lebenszepter.

In so einem Frustrausch entspannt er sich mit einem Porno und fühlt sich wohl in der Welt der Befriedigung.
Die Bilder, die er gierig und doch auch mit einem schlechten Gewissen seiner Frau gegenüber aufsaugt, scheinen ihm eine Welt vorzugaukeln, die seinen Träumen des Alltagsleben nahe kommen.

Aus dieser Kompensationsperspektive heraus betrachtet, gibt es tatsächlich viele Männer, die pornosüchtig werden.
Oftmals vergessen sie in der Vielseitigkeit der gern gesehenen Bilder, wie es sich anfühlt wahrhaftig Beziehung zu leben.

Auch Männer, die bewusst über einen längeren Zeitraum Single sind, bedienen sich gerne solcher Ebenen.
Sie fühlen sich gut mit ihrer bewussten Wahl der Befriedigungsfindung.
Sie sind mit sich und ihrem Leben zufrieden.
Sie kämen aktuell nicht auf die Idee, sich mit einer Frau wieder einlassen zu wollen.

Ihre Vergangenheitsprägung hat ihnen gezeigt, wie anstrengend es sein kann Beziehung zu leben.
Viele Männer verstehen das weibliche Geschlecht kaum und fühlen sich den Stimmungsschwankungen ihrer Partnerinnen oftmals hilflos ausgeliefert.
Sollten sie sich für ihre Zukunft keine Partnerschaft vorstellen können, scheint diese Komponente, in der sie sich der virtuellen Pornowelt hingeben - als Kompensation - absolut geeignet zu sein.

Auf der einen Seite ist das Filme-sehen eine gute Möglichkeit mit sich selbst klar zu kommen.
Doch auf der anderen Seite besteht auch die Gefahr, dass die Einsamkeit von Tag und zu Tag mehr wächst.
Irgendwann reichen die Filme auch nicht mehr aus und es muss stärkeres Material her, um eine Art von Sättigung und Zufriedenheit erlangen zu können.
Die Pornosucht ist nicht zu unterschätzen!

 

Die Autorin Sabine Guhr-Biermann

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