Unsere lebhafte, anheizende Fantasie

Unsere Fantasie ist dafür da, um uns an gewisse Ebenen heranzuführen.

Wir überprüfen über unsere Vorstellungsgabe, ob das, was wir gedenken zu tun, also unsere Vorhaben, sinnvoll sind.
Wir sollten uns stets Zeit nehmen, wichtige Aspekte in allen Facetten genauestens unter die Lupe zu nehmen, um ein klares Ergebnis zu erhalten.

Die Möglichkeit, sich Lebensaspekte bildlich vorzustellen, formt symbolisch gesehen unser Leben.

Sie ist uns dienlich, damit wir uns überhaupt bewegen.

Tun wir allerdings zu wenig für uns selbst, dann werden wir ein großer Konsument der Fernsehgesellschaft werden.

Wir schalten das Gerät an, lassen uns berieseln, reagieren auf die Impulse, die uns an die Couch binden und haben nach Stunden das Gefühl, etwas getan zu haben - aber das ist ein Trugschluss.

Wir haben lediglich im Sessel gesessen und mehr nicht.

Unsere Fantasie ist ein wichtiger Motivationsfaktor für unser Leben und hilft uns enorm weiterzukommen, wenn wir sie sinnvoll einsetzen.

Wir erkennen über diese Möglichkeit all die Bereiche, die für uns wichtig sind.
Wir sollten unserer Fantasie zeitweise träumerisch freien Lauf lassen, dies jedoch auch nicht ganz unkontrolliert, sonst könnten unsere inneren Bilder uns einen Strich durch die Wahrheitsrechnung machen, wenn wir nicht hin und wieder selbstkritisch auf uns Acht geben.

Sollten wir durch unsere eigenen, kreativ gestalteten Bilder davon überzeugt sein, dass eine Situation so ist, wie wir sie uns vorstellen, dann könnten wir einen Realitätsverlust erleiden und die Wahrheit aus den Augen verlieren, was mit Sicherheit - und das dürfte einleuchtend sein - sehr große Nachteile mit sich bringen würde.

Andererseits, wie schon erwähnt, ermöglicht uns unsere Fantasie eine Horizonterweiterung, damit wir in unserem Leben auch weiterkommen.
Je gezielter wir unsere Fantasie nutzen, um Situationen emotional und energetisch zu durchleuchten, desto mehr Flexibilität werden wir erleben.
Genauso ist dies auch in Bezug unserer sexuellen Fantasie, die brauchen wir, um uns Appetit zu machen.

Wir können ohne erotisch stimulierende, erweckende Gefühle und Bilder nicht mal eben so aus dem Alltag entfliehen und sexuell in Ekstase geraten.

Wir brauchen unsere Fantasie, unsere Vorstellung, die unsere Hormone aktiv werden lässt.

Wir kennen unsere Knöpfe, die wir bildlich drücken müssen, um sexuell aktiv zu werden.
Doch je nachdem, in welcher Situation wir uns gerade befinden, kann es auch unangenehm sein, wenn diese Knöpfe sich wie von alleine bewegen und Reize auslösen, zum Beispiel dann, wenn wir in einem Geschäftstermin unserer Chefin tief ins Dekolletee schielen und eine sexuelle Regung spüren, da wir ein inneres Bild ins uns wahrnehmen, das uns sexuell erregt.

Frauen haben es, was die Sichtbarkeit einer sexuellen Erregung anbelangt, einfacher als Männer, da man ihnen ihre Erregung nicht direkt ansieht.
Denn eine Erregung seines Gegenübers wahrzunehmen oder gar zu sehen, wird oftmals zu peinlichen Irritationen führen.
Bei Männern ist das Verstecken einer Erregung schwierig, da der sichtbare Beweis alleine anhand der Hosenwölbung und ihrem Gemütszustand erkennbar ist.
Und dies kann echt peinlich und unangenehm sein.

So ist das halt.

Wie wir aber wissen, haben sich die meisten Männer dann doch unter Kontrolle und man sieht ihnen ihre Erregung nicht direkt an.

Ohne einen inneren sexuellen Reizimpuls, der uns warm einbettet und uns in Ekstase verfallen lässt, wäre die Aktivierung des sexuellen Reizes nicht möglich und ein Akt könnte nicht vollzogen werden.
Auch wenn wir kein Kopfkino haben, so reagieren wir innerlich immer auf unsere stimulierenden Signale, die uns Aspekte erlauben oder verweigern. Denn nicht jeder Reiz ist sinnvoll und sollte ausgelebt werden.
Wir stimmen uns durch unsere inneren Bilder, Emotionen und Signale ein, um uns auf das große Ereignis vorzubereiten.

Doch nicht jedes Signal, was wir empfangen, muss wahrhaftig sein.

Wir nutzen die Bilder, die uns heiß machen und leben uns so aus, wie wir uns leben möchten, zumindest, wenn es um uns selbst geht.

Wollen wir uns jedoch paaren, dann brauchen wir auch das Einverständnis unseres Gegenübers und werden unserem sexuellen Objekt der Begierde Impulse liefern, damit derjenige sich angesprochen fühlt und auf unsere Avancen eingehen kann.

Doch gelingt so etwas nicht mit jedem.

Nur wenn wir innerlich gewillt sind, uns sexuell verbinden zu wollen, werden wir anhand unserer Reizimpulse schnell feststellen können, ob eine Resonanzbereitschaft da ist oder nicht.

Senden wir einladende Energien aus und finden keine Resonanz, dann wissen wir, dass unsere Avancen vergeudete Liebesmüh sind.

Trotzdem könnten wir uns im selbstgelebten Akt vorstellen, mit einer Person im Außen, die wir kennen, Sex zu haben.

Doch werden wir dies wiederum nur tun, wenn wir auch in der Hoffnung leben, eine Resonanz erfahren zu können.

Menschen, die sich nicht mit uns paaren wollen, die werden irgendwann uninteressant für uns sein.
Nützlich gibt es da auch Ausnahmen, vielleicht haben wir uns in einen Promi verliebt und träumen davon, mit ihm verschmelzen zu können. Dann haben wir mit Sicherheit Angst, uns wahrhaftig zu verbinden, denn den Promi, den werden wir mit Sicherheit nicht becircen können.

Also erfüllen wir uns einen Wunsch, der keinen realistischen Nutzen mit sich bringen wird.

Oder wir stellen uns vor, wilden Sex auf dem Schreibtisch des Bankangestellten zu haben, der uns eher anwidert als anspricht.

In so einem Fall geht es dann um Macht.
Warum?

Wir beschäftigen uns mit diesem Menschen, vielleicht haben wir uns über ihn geärgert.

Er befindet sich noch in unserem Gedankenspiel, so dass wir ihn mit einbinden, was wir bewusst mit Sicherheit nicht wollen, aber in unserer Fantasie tun wir es.
Wir sind geladen, emotional sauer, befinden uns im Ungleichgewicht und trotzdem erhalten wir auch einen Reizimpuls.
Vielleicht sind wir hinterher, wenn uns der Strom des Orgasmus wieder losgelassen hat, erstaunt über unsere Bilder, aber wir sollten uns nicht schämen.

Vor wem denn auch?


Es ist keiner da, der wertend ein Urteil über unsere Fantasie stellen könnte, denn diese gehört alleine uns selbst und keinem anderen.
Wahrscheinlich fühlen wir uns nach dem Orgasmus erleichtert und nur darauf kommt es an.

 

Die Autorin Sabine Guhr-Biermann

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