Selbstbefriedung als Einsamkeitswegweiser

Personen, die sich mehrmals am Tag selbst befriedigen, neigen dazu, sich nur noch mit sich selbst zu beschäftigen.

Sie leben in ihrer eigenen Fantasiewelt und meiden zumeist das äußere Geschehen. Sie merken oftmals nicht, dass sie innerlich vereinsamen.
Es fällt ihnen mit der Zeit immer schwerer, sich anderen gegenüber zu öffnen, geschweige denn, sich sexuell zu verbinden.

Auch wenn sie einen neuen Partner sexuell attraktiv finden sollten, wird es für sie nicht einfach sein, sich stimulierend einzulassen.

Sollte es ihnen dann doch gelingen, so dass sie gemeinsamen Sex erleben können, wird die Sucht es sich selbst zu besorgen, durch die neu gelebte sexuelle Form, nicht unbedingt versiegen.

Die Gefahr besteht, dass man nach kurzer Zeit wieder in seine Welt der eigenen Gelüste versinkt und die Beziehung im Außen vernachlässigt. Dies ist keine Seltenheit und aus anfänglicher Lust entsteht nach kurzer Zeit Alltagsfrust.

Die Frage die sich nun stellt ist: Wie kann es dazu kommen, dass Personen, die sich regelmäßig - zumeist mehrmals täglich - selbst befriedigen, schwer damit tun, sich sexuell befriedigend mit anderen Personen einzulassen?
Antwort: Je mehr wir uns nur noch mit uns selbst, mit unserer eigenen Reizbefriedigung beschäftigen, desto eher kann es uns passieren, dass wir nicht mehr gewillt sind uns mit anderen einzulassen, da der Reiz - ausgeführt durch jemand anderen - für uns uninteressant ist, da er kaum spürbar sein wird.

Wir kennen unsere Lustknöpfe, die wir drücken müssen, um zu unserem Höhepunkt zu gelangen, nur allzu gut, so dass es uns schwerfällt, darauf zu warten, dass ein anderer dies für uns übernimmt.
Wir kennen unseren Körper bestens und wissen genau was wir wollen.

Unser Partner braucht zumeist länger, um uns dahin zu führen, wohin wir geführt werden wollen.

Verlieren wir die Lust an dem gemeinsamen Spiel, da wir es uns selbst besser besorgen können, kann es sein, dass wir nicht gewillt sind, längere Zeit in die Gemeinsamkeit zu investieren, da wir uns selbst mehr und vor allem schneller Befriedigung verschaffen können, als das unser Gegenüber zu tun vermag.
Doch liegt dies nicht an einer Art Desinteresse des Partners, sondern an unserer eigenen Investition.

Wenn wir gewillt sind uns zu verbinden, dann sollten wir auch in die Gemeinsamkeit und die gemeinsame Lust investieren.
Achten wir liebevoll auf das Miteinander und beziehen unseren Partner in unseren Lustgewinn mit ein, werden wir gewinnen und gemeinsam schöne Stunden erleben.

Verloren haben wir uns schon längst, wenn wir nur noch in der Lage sind uns selbst einen Lustkick verpassen zu können.
Jeder sehnt sich nach Nähe, darum sollten wir auch dafür sorgen, dass dies geschehen kann.

Einen Partner zu finden, der zu einem passt, ist mehr als ein Sechser im Lotto.

Doch jede Verbindung ist es wert gepflegt und geliebt zu werden.

Unzufriedenheit ist nur ein Unsicherheitsausdruck, da uns nichts besseres einfällt und wir enttäuscht von unserem Partner und vor allem von uns selbst sind - das sollten wir nicht vergessen.

Bedenke: Ein gesundes Mittelmaß an Selbstbefriedigung wird uns Glücksgefühle vermitteln, uns aber niemals einsam werden lassen.
Die Selbstbefriedigung dient einerseits dazu, uns selbst zu helfen, um uns schöne Gefühle zu vermitteln und Druck abzulassen.

Andererseits lernen wir aber auch unsere eigenen sexuellen Gefühle und Bedürfnisse besser kennen.

Doch wie wir uns, unsere Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse ausleben wollen, das liegt wiederum nur an uns selbst.

Wir sind keine Eremiten, die sich alleine auf der Welt befinden.

Wir können uns paaren und schöne gemeinsame Stunden erleben.
Ein gesundes Mittelmaß, ist der Garant für ein tolles Leben, welches wir uns selbst geben können, wenn wir dies wollen.

 

Die Autorin Sabine Guhr-Biermann

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