Fremdgehen als Fantasie

Wenn eine Ehefrau sich vorstellt, dass ihr Mann sich mit seiner Sekretärin vergnügt, wird sie lediglich ihrer eigenen Fantasie freien Lauf lassen, um sich deren angebliches Techtelmechtel in den buntesten und schillerndsten Farben auszumalen, obwohl dies gar nicht so sein muss.

Je mehr sie sich in ihre eigene Bildergalerie hineinsteigert, desto mehr wird sie auch im Glauben stehen, dass dies tatsächlich so sein muss.

Sie baut ein eigenes Fantasiegebilde auf, nährt dies mehrmals am Tag und glaubt daran, dass ihre Bilder der Wahrheit entsprechen, da sie dies so glauben will, ohne auch nur reflektierend daran zu denken, dass ihre Vorstellung vielleicht wahrhaftig gar nicht so sein muss.

Je mehr sie in ihre Bilder Energie investiert, desto mehr wird sie davon überzeugt sein und daran glauben, dass sie die Wahrheit sieht.
Ihr Ehemann, der sich keiner Schuld bewusst ist, wird es schwer haben, sie von der wahrhaftigen Realität überzeugen zu können, da ihr Glaube ihre innere Hemmschwelle versetzt hat.

Analysieren wir diese Thematik, die relativ häufig anzutreffen ist, genauer, dann müssen wir davon ausgehen, dass sie sich selbst gerne vergnügen würde, es sich aber nicht erlaubt.

Sie ist eifersüchtig auf ihn, da sie denkt, dass er sich das erlaubt, was sie sich selbst niemals erlauben würde.

Diese einfache Ursache finden wir häufig hinter dem eben beschriebenen Phänomen.

Ich möchte hier jetzt aber auch kein falsches Zeichen setzen. Immerhin besteht auch sehr wohl die Möglichkeit, dass unser Partner fremd geht, wir dies spüren und dann auch genauer hinschauen sollten.
Doch sollten wir in solch einem Fall vermeiden, uns zu stark unseren Fantasiebildern hinzugeben und uns in unserem eigenen Elend zu suhlen.
Wir sollten aber auch vermeiden, uns das Ganze schön zu reden.
Sollten wir einen solchen Impuls bekommen, dann müssen wir dem Thema nachgehen und schauen, was sich tatsächlich hinter dem emotionalen Impuls verbirgt.

Doch egal wie herum wir das Thema auch drehen wollen, wenn wir denken, dass unser Partner fremd geht, dann hat dies auch mit uns selbst zu tun.

Ein Fremdgehen beginnt im Kopf, in unserer Fantasie.
Je mehr wir uns mit diesem Gedanken vertraut machen, desto einfacher wird es auch sein, zu sich zu stehen und sich real auszuleben. Wenn wir uns wahrhaftig leben, dann stehen wir nicht mehr hinter einem moralisch schuldbeladenen Berg und meinen weiterhin die Monotonie des Alltags aushalten zu müssen.

Unsere Fantasie ebnet uns Wege, um zu erkennen, worum es in unserem Leben geht.

Vielleicht empfinden wir unser Leben als zu monoton und meinen mehr Dynamik erleben zu müssen.

Vielleicht sehnen wir uns nach der Aufmerksamkeit einer anderen Person.

Vielleicht brauchen wir das Gefühl, wieder begehrenswert zu sein, da wir uns selbst zu wenig fühlen.

Viele brauchen eine Person im Außen, die sie bewusst ausgewählt haben und die für sie so wichtig ist, dass sie ihnen das vermitteln soll, was sie sich selbst nicht geben können.

Doch diese Einstellung ist ein Trugschluss und damit kommen sie auch nicht weiter.

Je mehr wir gewillt sind, wahrhaftig zu uns selbst zu stehen, desto besser wird es uns gehen.

Haben wir jedoch von unserer Mutter gelernt, uns selbst nicht das geben zu dürfen, wonach wir uns sehnen, dann leben wir in einem Mankoverhalten, welches beinhalten könnte, das wir uns leer fühlen und gierig darauf warten, dass der Traumprinz im Außen uns endlich zum Leben erwecken möge, doch genau darum geht es nicht.

Wir müssen uns selbst das geben. wonach wir uns sehnen, um uns genährt zu fühlen.

Das ist auch ein Garant dafür, sich emotional nicht ausgeliefert zu fühlen, vor allem dann, wenn unser Herzenspartner sich anders verhält, als wir uns das wünschen würden.

Je mehr wir zu uns selbst stehen, desto glücklicher, freier und auch zufriedener werden wir sein - das sollten wir nicht vergessen.

Somit ist das große Thema des „Fremdgehens“ auch nur ein Zwiespalt, den wir selbst in uns tragen.

Oftmals trauen wir uns nicht, mit unserem Partner wahrhaftig über unsere Bedürfnisse zu sprechen.
Vielleicht gibt es einen gemeinsamen Lösungsweg.

Vielleicht helfen Besuche im Swingerclub, um sich der Beziehung wahrhaftiger offenbaren zu können.

Vielleicht, wer weiß?

Nur ganz selten wählen wir tatsächlich einen „falschen“ Partner, in den meisten Fällen leben wir genau das, was wir leben wollen.

Wir müssen uns nur erlauben, zu uns und unserem Leben zu stehen.

 

Die Autorin Sabine Guhr-Biermann

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