Bisexualität in unserer Gesellschaft

Auch wenn wir in der Überzeugung leben und denken sollen, dass wir dem gleichen Geschlecht sexuell nichts abgewinnen können, so kann es sehr wohl sein, dass sich urplötzlich homosexuelle Lustbilder in unserem privaten Porno abspielen werden, den wir gerade filmreif vor unserem inneren Auge abspielen lassen, während wir uns stimulierend berühren.

Viele Menschen erschrecken sich, wenn sie plötzlich solche Bilder in sich wahrnehmen und spüren, dass es ihnen Lust bereitet, sich homosexuelle Szenen detailliert vorzustellen.
Die Meisten reagieren in so einem Fall verwirrt, da sie damit und vor allem mit ihrer Reaktion nicht gerechnet haben.
Der Gedanke bisexuell oder gar homosexuell zu sein, schreckt viele immer noch enorm ab.
Man will diesen lustvollen Aspekt in sich nicht wahrhaben.
Viele haben Angst einer Randgruppe anzugehören, eventuell sogar von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden.

Das Umfeld reagiert bis heute immer noch sehr unterschiedlich, teilweise sogar befremdlich auf das Thema.
Homosexualität ist immer noch einer der umstrittensten Bereiche überhaupt, egal in welche Zeitepoche wir auch zurückblicken mögen.

Wenn wir jedoch einen kritischen Blick in die vergangene Zeitgeschichte werfen wollen, werden wir sehr oft damit konfrontiert, dass Menschen, die homo- oder bisexuell waren, als Exoten, fast als abartige Wesen betrachtet und bewertet wurden.
Oftmals wurden sie von der Gemeinschaft gemieden, ja beinahe ausgeschlossen.

Man wollte ihnen nicht zu nahe kommen, vielleicht aus Angst, dass die Neigung abfärben könnte.
Irgendwie wurden sie jedoch auch bewundert, da sie sich trauten, trotz aller Widrigkeiten zu ihrem wahren Ich zu stehen.

Doch was ist das Besondere an der Sache?

Wir alle sind vom Ansatz her in der Lage, bisexuell zu sein, da wir das männliche, sowie das weibliche Prinzip in uns tragen.
Wir sind beides, das macht uns auch aus.
Doch biologisch tendieren wir, wenn wir nicht als Intersexuelle geboren wurden, eindeutig nur zu einem Geschlecht.
Doch welches Geschlecht, welcher Reiz uns anspricht, das liegt an jedem selbst.
Der Wunsch sich sexuell zu vereinigen, ist doch nur die Hingabe, sich verbinden zu wollen, um etwas anderes geht es doch nicht.
Welches Geschlecht uns stimulierend besser anspricht, ist doch gleich.
Nur wenn wir uns fortpflanzen wollen, dann müssen wir heterosexuellen Sex haben, da wir uns schlecht selbst besamen können.
Hätte der „liebe Gott“ gewollt, dass wir uns vermehren können, ohne einen Geschlechtsakt oder eine künstliche Besamung durchführen zu müssen, dann hätten wir die Möglichkeit und besäßen als Frauen Samensäckchen, derer wir uns nach Bedarf bedienen könnten.
Aber die haben wir nicht und das aus gutem Grund: Wir sind Menschen und sollen auch sexuell sein.
Sexualität ist für unsere Entwicklung wichtig!
Doch wie wir uns sexuell ausleben, das liegt an jedem selbst.

Eine Frau, die sich einen Strap-on umlegt, um ihren Partner anal zu vögeln, fühlt sich männlich aktiv und erinnert sich an den Urtrieb, den auch sie in sich trägt.
Wir sind beides und leben das aus, was uns entspricht - zumindest sollte es so sein.

Wenn wir kurz einen Blick auf die Reinkarnationslehre werfen, dann werden wir erkennen, dass es sehr wohl häufiger der Fall sein wird, dass wir nicht immer nur im gleichen Geschlecht inkarnieren.
So kann es sehr gut sein, dass wir in früheren Leben auch mal ein Mann gewesen sind, obwohl wir in diesem Leben als Frau das Licht der Welt erblickt haben.
Waren wir früher in unserer männlichen Rolle sexuell sehr aktiv und fühlten uns durch eine bestimmte weibliche Ausstrahlung extrem erotisch angesprochen, dann kann es uns passieren, dass uns bis heute dieser Frauentyp erotisch anspricht.
Sollten wir dann einer Lady begegnen, die unserem inneren Bild entspricht, dann werden wir nervös, da ein Teil in uns sich erregt angesprochen fühlt.

Natürlich werden wir dann nicht direkt sexuell aktiv und wollen die Frau bespringen.
Die weibliche Seite in uns wird sich durch die Begegnung mit der anderen Frau nicht direkt angesprochen fühlen.
Nur eine männliche Komponente in uns, die durch die Begegnung zu neuem Leben erweckt wird, die möchte mehr.
Sollten sich aus dieser unbewussten Begebenheit sexuelle Fantasiebilder mit der besagten Frau entwickeln, dann werden wir feststellen, dass wir in unseren Bildern fast männlich sexuell aktiv sind.
Diese Komponente wird uns mit Sicherheit wiederum auch sehr überraschen, da wir uns im realen Leben so nicht kennen werden.

Würden wir diese Bilder, die sich in uns bemerkbar machen noch intensiver zulassen, dann würden wir eine neue Basis in uns wahrnehmen, die uns viel Größe verspricht.
Sollten wir uns jedoch verweigern und gegen die neuen Aspekte stellen, wird sich in unserem Leben nichts ändern.

Wir verweilen dann im altgewohnten Fahrwasser der Sterilität.
Lassen wir die Bilder zu, dann werden wir auch aufhören, uns selbst zu kastrieren.
Wir gestatten uns, uns selbst zu leben.

Sollten wir nach unserem Beispiel der Frau, der wir begegnet sind und die sexuelle Gefühle in uns auslösen konnte, körperlich näher kommen wollen, dann würden wir eine männliche Aktivität in uns wahrnehmen, die wir bis dato nicht kannten.
Somit würden wir bewusst etwas zu neuem Leben erwecken, was schon immer in uns steckte und nach Befreiung schrie.
Wenn wir uns trauen und diese Aspekte zulassen würden, würden wir automatisch viel mehr Reife erfahren und unseren Wunsch nach Vollkommenheit aktivieren.
Wir würden uns dann neugierig und facettenreich dem Leben stellen und genau das ist der Punkt, den die Gesellschaft bekämpft und ignoriert.

Homosexualität unter Männern wird von der Gesellschaft noch viel mehr kritisiert, als wenn es sich um zwei Frauen handelt. Gerade das männliche Miteinander, welches immer schon eine viel größere Rolle gespielt hat, als wir uns das eingestehen wollen, löst in vielen Männern Unsicherheit aus.
Die Angst, nicht mehr als Mann anerkannt zu werden, macht sich in einer großen Form von Ablehnung breit.
Aber auch gerade diese Komponente sollte nicht unterdrückt werden.
Wir sollten das leben, was in uns steckt
Es geht um Weiterentwicklung und nicht um Rückschritt.
 
Menschen die sich zu ihrer Vollkommenheit - soweit dies machbar ist - entwickeln wollen, die müssen in erster Linie sehr bewusst leben.
Sie sind eigenständig und stehen zu sich selbst.
Sie reagieren revolutionär, man kann sie nicht unterdrücken.

Doch seit Urzeiten versuchen die Menschen sich zu versklaven und klein zu halten.
Man versucht durch den Anderen Vorteile zu gewinnen, doch das bringt nichts.
Keiner kommt damit weiter, wenn er andere von sich abhängig macht.

Aber wenn wir einen Blick auf die Geschichte werfen, werden wir genau dieses immer wieder vorfinden, ohne dass wir uns dagegen wehren können.
Das Fressen und Gefressen-werden ist nicht nur auf der Speise-Lebens-Liste der Tierwelt zu finden.
Leider ist dies so.
Doch eins steht fest: Menschen können nur als Marionetten brauchbar sein, wenn sie sich unterdrücken lassen.
Dies passiert wiederum nur, wenn sie keinen anderen Nutzen hinter ihrem Leben erkennen, als sich zu ergeben.
Oftmals werden versklavte Menschen gebrochen, damit sie aufhören sich für ihre eigenen Belange einzusetzen.
Doch gehen wir hier in diese Thematik nicht weiter rein, denn das würde den Rahmen sprengen.

Doch Tatsache ist: Würden wir alle wertfrei das annehmen, was in uns steckt, würde es uns auch gut gehen; und nur darauf kommt es in unserem Leben an.

 

Die Autorin Sabine Guhr-Biermann

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